Reparieren statt Wegwerfen
Noch immer werfen viele Konsumentinnen und Konsumenten kaputte Produkte weg, statt sie reparieren zu lassen. Das liegt zum einen an der fehlenden Wertschätzung gegenüber den Produkten, zum anderen aber auch an der fehlenden Möglichkeit, die Lebensdauer durch Reparaturen zu verlängern. Daran erinnert uns seit 2017 der dritte Samstag im Oktober als Internationaler Tag der Reparatur (engl. International Repair Day – häufig auch: Global Repair Day). 2025 fällt dieser Aktionstag auf den 18. Oktober.
Diese massenhafte Entsorgung von Produkten verursacht Müllberge, die vermeidbar wären und belastet die Umwelt stark! Ziel sollte sein, Ressourcen zu schonen und die Müllmenge zu verringern. Denn mit vielen ausgedienten Elektrogeräten oder anderen Produkten landen auch wertvolle Rohstoffe im Müll. Beispielsweise Smartphones, die ersetzt werden müssen, weil die Akkus nicht ausgetauscht werden können oder Kleidungsstücke, die nach dem zweiten Waschen in der Waschmaschine unbrauchbar werden – das soll es künftig nicht mehr geben. Anfang Juli 2024 ist dann eine entsprechende EU-Richtlinie in Kraft getreten, die bis Ende Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss.
Bereits jetzt schon gilt ähnliches für einige größere E-Geräte: Bereits mit der Einführung des neuen EU-Energielabels im März 2021 sind strengere Anforderungen an die Reparierbarkeit von Elektrogeräten in Kraft getreten. Hersteller von beispielsweise Kühlschränken, Spülmaschinen, Waschmaschinen oder Fernsehern werden seitdem verpflichtet, Ersatzteile über einen bestimmten Zeitraum vorzuhalten. So soll vermieden werden, dass Elektrogeräte ohne Reparaturchance vorschnell weggeworfen werden. Geregelt ist das in der EU-Ökodesign-Richtlinie, die die Mitgliedsstaaten umsetzen müssen.
Ziel: Auch andere Produkte soller länger genutzt und darum repariert werden können!
Zu den ersten neuen Produktgruppen, für die ökologische Mindestanforderungen geprüft werden sollen, zählen beispielsweise Textilien und Schuhe, Möbel sowie Chemikalien. Vom Geltungsbereich umfasst werden auch Onlinehandel und Importware. Allerdings gilt hierbei auch, die Einstellung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu den Produkten zu ändern und von der häufig vorherrschenden Wegwerfmentalität wegzukommen. Denn unser Konsum hat auch Schattenseiten: Rohstoffe werden knapp und die Müllberge wachsen immer weiter. So werden die Metalle für ein Handy oder einen Laptop zuerst mühsam und energieintensiv aus dem Erz herauspräpariert – und dann gerade mal zwei Jahre genutzt, bevor die Geräte in einer Schublade landen und durch neue ersetzt werden.
Die Stärkung eines Rechts auf Reparatur nützt den Verbraucherinnen und Verbraucher und der Umwelt gleichzeitig: Es werden natürliche Ressourcen eingespart und das Anwachsen der Müllberge verlangsamt.