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Abfallvermeidung

Der beste Abfall ist der, der erst gar nicht entsteht.

Durch Abfallvermeidung werden die schädlichen Auswirkungen, die Abfall oder die Entsorgung des Abfalls auf unsere Umwelt und damit auf uns Menschen haben kann, verringert. Gleichzeitig werden bei der Abfallvermeidung die Mengen an schädlichen Stoffen aus diesen nicht verwendeten Produkten ebenfalls vermieden. Mit Abfallvermeidung ist also nicht gemeint, dass der Abfall sorgfältig getrennt, sondern dass die Abfallmenge tatsächlich verringert wird!

Folgende Tipps helfen bei der Abfallvermeidung im Alltag:

1. Produkte wertschätzen und lange nutzen

  • Beim Kauf von Produkten sollte man auf Produkte mit dem Blauen Engel achten. Sie sind reparaturfreundlich. Die Ersatzteile werden vom Hersteller lange angeboten.
  • Beschädigte Gegenstände reparieren lassen. Hier auf Angebote von Repair-Cafés, Änderungsschneidereien, Möbeltischlereien und Elektro-Werkstätten achten. Denn zahlreiche Kleinbetriebe, Werkstätten und Initiativen bieten an, defekte Geräte, Haushaltsgegenstände, Kleidung, Schuhe, Fahrräder zu reparieren oder bei der Reparatur zu helfen. So kann vieles weiter verwendet werden.

2. Wiederverwerten statt Wegwerfen

Viele gut erhaltene Produkte haben ihr „zweites Leben“ verdient und müssen nicht weggeworfen werden. Ob Bücherschränke, Flohmärkte, Kleiderkreisel, Second-Hand-Läden, Gebrauchtmöbel-Anbieter, alle laden ein zum Stöbern, Tauschen und um günstig einzukaufen.

  • Bieten Sie selbst auch geeignete Produkte bei geeigneten Stellen zum Verkauf an, spenden oder verschenken Sie sie.
  • Wiederverwendbare Einkaufstaschen, Körbe, Obstnetze und geeignete Behältnisse beim Einkaufen einsetzten.
  • Für die Verpflegung unterwegs Mehrwegbecher und andere Mehrwegbehälter benutzen.

3. Leihen statt kaufen

Sie wollen ein neues Produkt kaufen? Nicht jeder Neukauf ist nötig und wirtschaftlich lohnenswert. Hinterfragen Sie die Neuanschaffung! Wird der Gegenstand häufig und regelmäßig genutzt? Inzwischen gibt es viele Angebote, die verschiedensten Güter auszuleihen. Das lohnt sich gerade bei selten genutzten Produkten:

  • Machen Sie von der Möglichkeit des Carsharings Gebrauch.
  • Fahrradverleih-Angebote nutzen.
  • In Baumärkten können diverse Werkzeuge wie Gartengeräte, Bautrockner, Hochdruckreiniger, Schleifgeräte, Bohrmaschinen ausgeliehen werden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, besonders bei selten oder einmalig benötigten Gütern.
  • Auch für den Haushalt können Geräte geliehen werden, beispielsweise Teppichreinigungsgeräte.
  • Für Spielzeug und Sportgeräte sind Ausleihen ebenfalls möglich.

4. Einwegkunststoffe vermeiden

  • Verzicht auf Einweggetränkebecher sowie Einweggeschirr- und besteck. Sind Sie unterwegs, so nutzen Sie möglichst Mehrwegbecher oder einen selbst mitgebrachten Becher.
  • Auf Einkaufsplastiktüten verzichten. Einkaufskörbe und wieder verwendbare Einkaufstaschen können immer wieder verwendet werdenn. Auch für unterwegs kann beispielsweise ein Picknickkorb immer wieder eingesetzt werden.
  • Für Obst und Gemüse Mehrwegnetze verwenden.
  • Für ein Fest oder bei Veranstaltungen Geschirrspülmobile benutzen.
  • In Gaststätten oder im privaten Haushalt Stoffservietten- und Stofftischdecken statt Papierservietten und Einwegtischdecken verwenden.
  • Auf kurzlebige Werbegeschenke verzichten. Werbematerial wie Broschüren odere Flyer digital zur Verfügung stellen.


Gegen Lebensmittelverschwendung

Ob im Privathaushalt, Handel, in der Gastronomie, Produktion oder direkt zu Beginn der Produktionskette in der Landwirtschaft: An vielen Stellen werden Lebensmittel verschwendet. Ein Zustand, der so nicht bleiben darf, denn hier werden wertvolle Ressourcen wie Rohstoffe, Wasser und Energie verschwendet. Dabei landen häufig kostbare und ungenutzte Lebensmittel vorschnell im Abfall.

Dazu ein paar Tipps der Abfallberatung, wie jeder von uns der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken kann: 

1. Bewusstes Einkaufen

  • Gehen Sie nie mit Hunger einkaufen!
  • Achten Sie beim Einkauf auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Wählen Sie Produkte mit kurzer Haltbarkeit bewusst aus.
  • Größere Portionen einkaufen, zu Hause passend portionieren und einfrieren. Bei kleiner Haushaltgröße jedoch bewusst kleinere Packungen wählen.
  • Achten Sie auf „Schnäppchen-Angebote“ von Supermärkten und Bäckereien, die „Brot und Kuchen von gestern“ oder Gemüse und andere Produkte zum halben Preis anbieten.

2. Wieder zu Hause...

  • Achten Sie auf die richtige Lagerung der Ware zu Hause. Entsprechende Lagerungshinweise sind auf der Verpackung zu finden.
  • Sortieren Sie die Lebensmittel im Vorratsschrank und im Kühlschrank. Stellen Sie leicht verderbliche Ware oder bereits geöffnete Packungen nach vorne, damit sie zuerst verbraucht wird.

3. Haushalten mit den Produkten

  • Haushaltsbuch führen, in dem Sie die Ausgaben für Ihre Lebensmittel, aber auch die Menge weggeworfener Lebensmitteln festhalten. Hierfür gibt es inzwischen Online-Resterechner.
  • Beim Kochen die benötigten Lebensmittel vollständig aufbrauchen oder die weitere Verwendung einplanen.
  • Reste nach Möglichkeit einfrieren und später wieder verwenden.
  • Gucken, riechen, schmecken. Das gilt bei Verwendung aller Lebensmitteln nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. In der Regel können diese Lebensmittel noch verbraucht werden.


4. Weitere Hinweise

  • Fragen Sie bei lokalen Tafeln an, bevor Sie selbst wertvolle Lebensmittel (beispielsweise Obst aus dem Garten) entsorgen müssen.
  • Wertvolle Tipps finden Sie in der Broschüre »Fallobst verwerten oder richtig entsorgen«.
  • Hören Sie doch mal in die Verbrauchertipps in unserer Mediathek zur Lebensmittelverwertung in einigen Radio-Aktiv-Podcasts rein!


Abfallvermeidung als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Abfallwirtschaft

Durch Abfallvermeidung können wir alle zu einer Verringerung der Abfallmengen beitragen. Dieser Einsatz kann jedoch weiter gesteigert werden: Abfallvermeidung beginnt bei jedem Einkaufen. Auch wenn ein Großteil der anfallenden Verpackungen verwertet wird, ist die Vermeidung auf jeden Fall die bessere Alternative.

Dazu weitere Tipps der Abfallberatung:

1. Beim Einkaufen von Lebensmitteln

  • Einkaufsliste schreiben. Beim Einkaufen nicht auf Werbestrategien reinfallen.
  • Bei kleinen Einkäufen einen Einkaufskorb statt eines Einkaufswagens benutzen.
  • Mehrweggetränkevepackungen bevorzugen.
  • Stoffbeutel, wiederverwendbare Dosen und Netze für den Einkauf benutzen.
  • Mehrfach verpackte Produkte und solche in Geschenkverpackungen vermeiden, meist ist weniger drin.
  • Regionale Produkte einkaufen, spart Transportwege.
  • Nachfüllpackungen einkaufen.
  • Wassersprudler verwenden, so können ebenfalls Verpackungen und Transportwege eingespart werden.

2. Beim Kauf von Wasch- und Reinigungsmitteln

  • Pulver anstelle von flüssigen Waschmitteln verwenden.
  • Konzentrate verwenden, um Verpackungen zu reduzieren.
  •  Waschmittel richtig dosieren.
  • Auf Weichspüler, Wäscheparfüm und Duftperlen verzichten.
  • Auf Produkte mit Mikroplastik verzichten.
  • Waschbare Putz- und Spültücher verwenden, statt Einmaltücher. 

3. Mode und Bekleidung

  • Lieber seltener neue, dafür aber hochwertige Kleidung kaufen.
  • Auf Kleidung mit Chemiefasern aus synthetischen Polymeren verzichten.
  • Auf Langlebigkeit von Produkten achten.
  • Gebrauchte Textilien verschenken oder verkaufen anstatt sie wegzuwerfen.
  • Kleidung flicken statt wegwerfen.
  • Kaputte und abgenutzte Textilien als Putzlappen verwenden.

4. Immer beliebter - der Online-Einkauf

Das Internet biete zahlreiche Plattformen auf denen Gegenstände verschenkt, getauscht oder zum niedrigen Preis angeboten werden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, wenn Sie etwas suchen, statt neu zu kaufen.

  • Eine Sammelbestellung statt mehrerer Einzelbestellungen tätigen. Spart Verpackungen und Transportwege.
  • Auf Bewertungen und Beschreibungen der Produkte achten.
  • Bei Unsicherheiten lieber stationäre Händler vor Ort aufsuchen.
  • Selbst auf diesem Wege auch gut erhaltene Sachen abgeben.